Welche Psychotherapieverfahren werden in meiner Praxis bei der Behandlung von Erwachsenen durchgeführt?

Verhaltenstherapie                  

Die Verhaltenstherapie entstand zu Beginn des 20. Jhds. Anfangs war sie auf die Behandlung starker Ängste ausgerichtet; im Laufe der Jahre wurde sie zu einem Behandlungsverfahren für viele psychische Störungen. Heute besteht die Verhaltenstherapie aus einem breit gefächerten Behandlungs- spektrum, dessen Wirksamkeit von der Psychotherapieforschung nachgewiesen worden ist.

In der Verhaltenstherapie wird davon ausgegangen, dass gestörtes Erleben undVerhalten im Laufe einer Lebens- und Lerngeschichte (sowohl in der Kindheit als auch später) erworben wurde und durch Lernprozesse wieder positiv verändert oder sogar ganz abgebaut werden kann. Zu diesem Zweck fördert die Behandlung das aktive Herangehen an die Schwierigkeiten, beispielsweise durch Verhaltenstrainings (z.B.  Problemlösetraining, Selbstsicherheitstraining) und/oder durch Methoden zur Veränderungen von Gedankenabläufen und negative Gefühlen. Eine Verhaltenstherapie ist keine Sammlung von Verhaltenstechniken; grundlegend ist das Lernen, wie man Problem  löst, Selbständigkeit und Eigeninitiative entwickelt. Bei jeder Behandlung steht die individuelle Person im Zentrum, wobei die Kommunikation  zwischen Therapeut und Patient(in) und die Einbeziehung von Gefühlsabläufen genauso wichtig ist, wie Anwendung einzelner Verfahren.

 

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie


Am Anfang diesen Jahrhunderts entwickelte Sigmund Freud die Grundprinzipien der Psychoanalyse in seiner Praxis als Neurologe und Psychiater. Seine Erkenntnis der Existenz unbewusster seelischer Phänomene und ihrer Bedeutung für  gesundes und krankes Seelenleben wurde die wichtigste Voraussetzung für die Entwicklung der Psychotherapie in ihren verschiedenen Ausformungen.
Seine Schüler und Nachfolger entwickelten zahlreiche tiefenpsychologische Schulen. Die bekanntesten sind die Schulrichtungen von C.G. Jung und Alfred Adler.
Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie befasst sich vor allem mit:den unbewussten Beweggründen menschlichen Verhaltens,  der Art und Weise, wie Menschen von klein her gelernt haben, sich und ihre Umwelt wahrzunehmen und darauf zu reagieren,  den Ängsten und Blockaden, die sie daran hindern, sich ihrem Wesen gemäß zu entwickeln und zu verändern.
Im geschützten Rahmen der Einzeltherapie geht es vornehmlich um kindliche Seiten, die in der frühen Eltern-Kind-Beziehung sich entwickelt haben und teilweise situationsgerechtes Handeln und Erleben erschweren.
In der Gruppentherapie verschiebt sich das Augenmerk mehr auf die Macht der Gewohnheit, durch die der einzelne unbewusst dazu neigt, gewohnte Beziehungsmuster zu schaffen, auch wenn sie bewusst nicht nach seinem Sinn  sind.

 Gesprächspsychotherapie

Die Klientenzentrierte Psychotherapie oder Gesprächspsychotherapie wurde von  dem amerikanischen Psychologen Carl R. Rogers (1902-1987) aus seiner psychotherapeutischen und pädagogischen Arbeit mit Erwachsenen undKindern entwickelt: Im Mittelpunkt von Psychotherapie und Beratung steht die Person – nicht das Problem. Menschen erfahren und lernen in Psychotherapie oder Beratung, ihre verborgenen Fähigkeiten zu entwickeln und eigenständig Lösungen für ihre Probleme zu finden.

Auf der Grundlage des Personzentrierten Ansatzes entstanden mittlerweile national und  international verbreitete Psychotherapie- und Beratungsmethoden. Für das Psychotherapieverfahren ist in Deutschland der Name  “Gesprächspsychotherapie” bzw. “Klientenzentrierte Psychotherapie” gebräuchlich.

Gesprächspsychotherapie wird an 28 von 37 psychologischen Instituten deutscher Universitäten  (75 %) gelehrt, erforscht und weiterentwickelt. Darüber hinaus ist der Personzentrierte Ansatz in zahlreichen anderen Fachbereichen der Hochschulen und Fachhochschulen vertreten.

Grundlagen der Methode von Carl R. Rogers sind systematische Beobachtungen und Erkenntnisse aus professionellen Beziehungen in Psychotherapie und Beratung, die sich als hilfreich erwiesen haben.         

Rogers gilt als Pionier der wissenschaftlichen Psychotherapieforschung. Zusammen mit seinen  Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konnte er seine Erfahrungen durch zielgerichtete Untersuchungen wissenschaftlich bestätigen. Rogers entwickelte in den vierziger Jahren seine Theorie zu der “Client Centered Therapy and Counseling", einem effektiven und kostengünstigen Therapie- und Beratungsverfahren. Der Hamburger Psychologe Reinhard Tausch führte das Verfahren als “Gesprächspsychotherapie” in der BRD ein.

Die Gesprächspsychotherapie zählt mit der Psychoanalyse und der Verhaltenstherapie zu den klassischen Psychotherapieverfahren. Sie ist besonders umfassend erforscht und dadurch als wirksames psychotherapeutisches  Verfahren ausgewiesen.

Über das Therapiekonzept hinaus haben die Gedanken und Konzepte von Rogers grundsätzliche Bedeutung für alle zwischenmenschlichen Beziehungen. Entsprechend fanden seine Ideen und Erkenntnisse Eingang in die beratende und in die pädagogische Arbeit. Der Personzentrierte Ansatz bildet eine Grundlage für alle psychosozialen Tätigkeitsfelder (z. B soziale Arbeit, Erziehung, Gesundheitswesen, Telefonseelsorge ...). Auch für Wirtschaft und  Politik wird der Ansatz immer bedeutsamer.

Die deutsche Pädagogik wurde insbesondere von dem Rogers-Schüler Thomas Gordon beeinflusst. Seine Bücher “Familienkonferenz” und “Lehrer-Schüler-Konferenz” gehören zu den Standard-Werken für den gesamten Bereich Erziehung. Ganz generell geht der Personzentrierte Ansatz weit über die oben aufgezählten Anwendungsfelder hinaus. Er ist mit seinen klaren Forderungen, wie zwischenmenschliche Beziehungen gestaltet werden sollten, eine umfassende kulturelle und politische Botschaft.

Leider blieb der Gesprächspsychotherapie bis heute ( 2014) die Aufnahme in die sogenannten “Richtlinien-Verfahren” verwehrt.                                                                                                         

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen für diese Form der Psychotherapie deshalb leider  noch nicht die Behandlungskosten (im Gegensatz zu vielen Privaten Krankenkassen). Der Weg zur Richtlinien-Psychotherapie ist lang und muss viele juristische und formale Hürden nehmen. Es ist nur zu Hoffen und wünschenswert, dass eine baldige breite Anerkennung der Gesprächspsychotherapie erfolgt und damit dieses Verfahren auch den Kassenpatienten zur Verfügung steht.

 

Die katathym-imaginative Psychotherapie KiP (Katathymes Bilderleben)

Das ,,katathyme Bilderleben (KB)" wurde in den 50er Jahren von H.C. Leuner als tiefenpsychologisch fundiertes Verfahren entwickelt.

In den Anfängen wurde versucht,  die Bedeutung tiefenpsychologischer Symbolik im Experiment zu bestätigen. Dabei  wurde deutlich, daß sich in den Katathym-Imaginationen therapeutische Prozesse  bildhaft entfalten und therapeutisch wirksam sind.  In tagtraumartigen Bildern können sich innere Gestimmtheiten und Konflikte ähnlich ausdrücken wie in Nachtträumen, mit  den selben Möglichkeiten der symbolischen Verfremdung und Verdichtung.

Im Verlauf einer KB-Sitzung  imaginiert der Patient auf Anregung seines Therapeuten. In entspannten Zustand, ähnlich wie beim autogenen Training berichtet der Imaginierende die Inhalte seines Traumes und die begleitenden Affekte simultan mit dem Entstehen.

Damit Sie eine Vorstellung bekommen von dieser therapeutischen Vorgehensweise, hier ein Beispiel, wie sie meist zu Anfang einer Behandlung von Statten geht.

Nach einer kurzen Entspannungsphase, der Patient sitzt entweder bequem in einem Sessel oder liegt auf einer Liege, wird dem Patienten vorgeschlagen: ,,Versuchen Sie sich bitte, einmal eine Blume vorzustellen."

Nach kurzer Zeit wird  spontan vor dem geistigen Auge des Patienten evtl. eine Blume auftauchen, und im Dialog mit ihm  wird diese Blume genau untersucht. Dabei werden auch andere Sinnesqualitäten, wie z.B. Farbe, Geruch, Anmutung erfragt, um so zu einem möglichst vollständigen Gesamteindruck der Blume zu kommen.  Bereits hier spüren die meisten Patienten, dass diese Blume etwas mit ihnen zu tun hat.

Es gibt ja große und kleine Blumen, strahlende und unscheinbare, Blumen mit stabilem oder mit  schwachem, stützungsbedürftigem Stil, verwurzelte und unverwurzelte, vital-üppige und  halb vertrocknete, alleinstehende oder in Gesellschaft wachsende.

Was für eine Blume aus der Vielfalt der Möglichkeiten erscheint ist kein Zufall, sondern wird u.a. auch durch die Gestimmtheit des Patienten entschieden.

Therapeut und Patient arbeiten sich so miteinander in der Behandlung voran.

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