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2.

Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen

​​Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen

Zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen wurden in den letzten 20 Jahren eine Vielzahl verhaltenstherapeutischer Methoden  für ein breites Behandlungsspektrum entwickelt,           

wie z. Bsp.:

  • Entwicklungsstörungen

  • Aufmerksamkeitsstörungen mit und ohne Hyperaktivität

  • depressiv-ängstliches Verhalten

  • aggressives Verhalten, soziale Auffälligkeiten

  • gehemmtes Verhalten und soziale Unsicherheit

  • Ängste, Phobien und Zwänge

  • Enuresis und Enkopresis

  • Psychosomatische Störungen (z.B. Anorexie, Bulimarexie)

  • Lern- und Leistungsstörungen  

  • u.a.                                    

 

Es gibt Störungen, die eher kindheitsspezifisch sind (dazu gehören Enuresis und Enkopresis) und Erkrankungen, die erstmals im Jugendalter als solche festgestellt werden.

Eine erst in den letzten Jahren anerkannte Störung, die unter den heutigen Lebensbedingungen besonders auffällt,  ist die Aufmerksamkeitsstörung mit und ohne hyperaktives Verhalten.

Im Jugendbereich gibt es einen Übergang zu den psychischen Erkrankungen, wie sie auch bei Erwachsenen vorkommen, nämlich Phobien, Zwänge und psychosomatische Störungen.

Im Unterschied zur Erwachsenentherapie sind bei Kindern und Jugendlichen die Bedeutung von Entwicklungsvorgängen sowie der größere Einfluss der primären Bezugspersonen und der sozialen Umwelt zu berücksichtigen. Daher werden von den Krankenkassen für die Aufklärung und Anleitung von Eltern und weiteren Bezugspersonen zusätzliche Behandlungsstunden bewilligt.

In der Verhaltenstherapie werden zur Behandlung von Störungen im Kindesalter bevorzugt operante Methoden und Modelllernen eingesetzt; bei Störungen im Jugendlichenalter kommen hauptsächlich kognitive Verfahren (Selbstinstruktion, Selbstkontrolle und Selbstverstärkung) zur Anwendung. Verhaltenstherapie kann mit heil- und sonderpädagogischen Maßnahmen erfolgreich kombiniert werden ebenso mit medikamentöser Behandlung, die  beispielsweise bei starker Hyperkinetischer Störung mit Psychostimulantien erfolgen kann.

Eltern, Erzieher und Lehrer schätzen an der Verhaltenstherapie, dass ihnen die therapeutischen Strategien als Co-Therapeuten vermittelt werden.

 

Personenzentrierte (interaktionelle) Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen

In der Kinder-Psychotherapie ist, viel stärker als in der Arbeit mit Erwachsenen - neben der Struktur der psychischen Störung, die Entwicklungsphase des Kindes und sein soziales Umfeld (Familie) zu berücksichtigen.

Die personenzentrierte spieltherapeutische Arbeitsweise ist in der Psychotherapie mit Kindern hierzu in besonderem Maße geeignet. An die Stelle der sprachlichen Auseinandersetzung mit dem Problem tritt das Spiel. So kann das Kind seine emotionalen Beziehungen zu Menschen und Dingen unmittelbar  darstellen. Es wird in seiner inneren Auseinandersetzung durch beständige, behutsame Konfrontation mit seinen Problemen und Konflikten unmerklich gefördert.  Es erlebt dabei seine Gefühle bewusster, und es lernt, diese angemessen zu äußern. So wird das Kind zu einer Haltung geführt, die seinem Wesen entspricht.

 

 

Tiefenpsychologische fundierte Psychotherapie

Am Anfang diesen Jahrhunderts entwickelte Sigmund Freud die Grundprinzipien der Psychoanalyse in seiner Praxis als Neurologe und Psychiater. Seine Erkenntnis der Existenz unbewusster seelischer Phänomene und ihrer Bedeutung für  gesundes und krankes Seelenleben wurde die wichtigste Voraussetzung für die Entwicklung der Psychotherapie in ihren verschiedenen Ausformungen.
Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie befasst sich vor allem mit:den unbewussten Beweggründen menschlichen Verhaltens,  der Art und Weise, wie Menschen von klein her gelernt haben, sich und ihre Umwelt wahrzunehmen und darauf zu reagieren,  den Ängsten und Blockaden, die sie daran hindern, sich ihrem Wesen gemäß zu entwickeln und zu verändern.
Im geschützten Rahmen der Einzeltherapie geht es vornehmlich um kindliche Seiten, die in der frühen Eltern-Kind-Beziehung sich entwickelt haben und teilweise situationsgerechtes Handeln und Erleben erschweren.
In der Gruppentherapie mit Kindern und Jugendlichen verschiebt sich das Augenmerk mehr auf die Macht der Gewohnheit, durch die der einzelne unbewusst dazu neigt, gewohnte Beziehungsmuster

innerhalb einer Gruppe (oder Familie) zu schaffen, auch wenn sie bewusst der eigentlichen Überzeugung widersprechen.

 

Katathym-imaginative Psychotherapie (KiP)

Das ,,katathyme Bilderleben (KB)" wurde in den 50er Jahren von H.C. Leuner als tiefenpsychologisch fundiertes Verfahren entwickelt. Das Verfahren eignet sich gleichermaßen für Erwachsene, Kinder und Jugendliche.

In den Anfängen wurde versucht,  die Bedeutung tiefenpsychologischer Symbolik im Experiment zu bestätigen. Dabei  wurde deutlich, dass sich in den Imaginationen therapeutische Prozesse  bildhaft entfalten und therapeutisch wirksam sind.  In tagtraumartigen Bildern können sich innere Gestimmtheiten und Konflikte ähnlich ausdrücken wie in Nachtträumen, mit  den selben Möglichkeiten der symbolischen Verfremdung und Verdichtung.

Im Verlauf einer KB-Sitzung  imaginiert der Patient auf Anregung seines Therapeuten. In entspannten Zustand, ähnlich wie beim autogenen Training berichtet der Imaginierende die Inhalte seines Traumes und die begleitenden Affekte simultan mit dem Entstehen.

Oft läßt der Therapeut diese Imaginationen vom Patienten malen.

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